Trauma und die (Un-) Möglichkeit einer Paarbeziehung
Aus der Perspektive der buddhistischen Psychologie
Daten
und 14.30 - 17.30 Uhr
Erlebte Traumata verändern die innere Gestalt eines Menschen bis in tiefste Schichten. Die Vorstellung einer Paarbeziehung ist aus dieser Perspektive heraus bereits stark beeinflusst und spurt auf der Beziehungsebene die spätere gemeinsame Lebensweise und die Begegnungsqualität vor. Selbst wenn bestimmte eigene Traumata erkannt werden – was eher selten der Fall ist – ist eine glückliche und erfüllte Partnerschaft nicht die Regel. Der Frage, woran das liegt, geht der Kursleiter mit den Teilnehmenden zusammen in diesem Seminar nach.
Generell liegen den Vorstellungen bezüglich der Wahl einer Partnerin oder eines Partners und dem Aussehen einer gelungenen Paarbeziehung viele Annahmen über die Wirklichkeit, über sich selber, über Erfolg und Gelingen, übers «Gut-Sein», über Freiheit, Lust und Glück, sowie Individualität, Verbindung und Verantwortung zugrunde. Diese Einschätzungen sind vielen Personen mehr oder minder als erlernte Annahmen bewusst. Obwohl hinter ihnen viel unbewusstes inneres Material lauert, halten die meisten Menschen sie für klar, objektiv und irgendwie selbstverständlich.
Krisen und Schmerzhaftes haben im Beziehungswunsch keinen Platz.
Diese an sich positiv ausgerichtete Ansicht hat aber ein grosses Manko: Mögliche Krisen und Schmerzhaftes sind darin nur äusserst selten enthalten. Der Wunsch nach einer optimalen Beziehung ist zwar gross, er lässt aber ausser Auge, dass die in der Biografie gesammelten Traumata störend auf die Paarbeziehung einwirken werden – sofern sie nicht bewusst angegangen und zumindest teilweise aufgelöst werden. Selbst dann sind meist noch letzte Spuren früherer Prägungen im Spiel. Bei jedem Paar kommen so neben den sichtbaren auch viele unsichtbare Dynamiken in die Lebenswelt. Krisen und Schmerzhaftes sind also irgendwie vorprogrammiert für den Alltag einer Paarbeziehung. Die meist individuell unterschiedlichen Interpretationen der herausfordernden Themen erhöhen die Chancen für einen immer schwieriger zu lösenden Konflikt weiter.
Das Unmögliche trägt auch Mögliches in sich.
Die aus Sicht des Kursleiters immer noch zu wenig bekannten Ansätze der Buddhistischen Psychologie offerieren in diesem Dschungel der Unmöglichkeiten über eine ganz spezielle Sichtweise das Tor zu neuen Möglichkeiten. Anstatt lediglich andere Lösungen für die so oder so empfundenen Probleme anzubieten, sucht sie ein anderes Verständnis für die vorhandenen Empfindungen und Einschätzungen der Wirklichkeit. Es geht dabei nicht um die problematische Seite bestimmter Ereignisse, sondern um die Fokussierung auf sich selber in diesem Moment. Diese fundamental andere und auch sehr erfrischende Perspektive eröffnet neue Blickwinkel und darin sogar sich plötzlich zeigende neue Möglichkeiten, um Beziehungen auf gesündere Art zu leben. Diese neue Positionierung erlaubt sogar eher unerwartet auch einen ganz anderen Blick auf die Probleme in Form von Krisen und schmerzhaften Momenten.
Es geht zuerst um Beziehung zu sich selbst.
Diese dreitägige Weiterbildung mit Dr. Alexander Poraj richtet sich an all jene Menschen, die an der Gestaltung der Beziehung zu sich selbst und von da aus zu Partnerin oder Partner interessiert sind. Das Gelernte kann nicht nur für den persönlichen Alltag mitgenommen werden, sondern auch für die eigene professionelle Arbeit in der Begleitung von Individuen oder Paaren eingesetzt werden.
Dr. Alexander Poraj
Dr. Alexander Poraj, Religionswissenschaftler; als Zen-Meister und Berater tätig. Promovierte über die Ich-Struktur in der Mystik Meister Eckeharts und im Zen-Buddhismus.
Zahlreiche therapeutische Weiterbildungen und Supervisionen. Er arbeitete unter anderem als Geschäftsführer der psychosomatischen Akutklinikgruppe Oberberg. Derzeit ist er in der Leitung des Benediktushofes in Holzkirchen …
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