14. Zürcher Traumatage:
Rechte und linke Hemisphäre

Daten

Datum: 28. – 30. Juni 2024
Uhrzeit: jeweils 10:00–17:30 Uhr

Leitung: Marianne Bentzen (DK)
Annette Hemmerich (DE)
Dr. med Fritz Helmut Hemmerich (DE)
Dr. Peter A. Levine (USA)
Sprache: Englisch mit Übersetzung ins Deutsche
und Deutsch mit Übersetzung ins Englische
Kosten: CHF 890.00

Tagespässe: 320 CHF pro Tag

Kursort: Kirchgemeindehaus Oberstrass
Winterthurerstrasse 25
8006 Zürich

(Tram- und Bushaltestelle "Seilbahn Rigiblick")


Dr. Peter A. Levine, Marianne Bentzen,
Annette Hemmerich,
Dr. med. Fritz Helmut Hemmerich


Freitag: 10.15 - 13.00 Uhr
DER BRUCH ZWISCHEN BEIDEN HIRNHÄLFTEN

Wege zum Remembering des Hemisphären-Dialogs

Annette Hemmerich und Dr. med. Fritz Helmut Hemmerich (DE)

Beide Hemisphären des Gehirns unterscheiden sich strukturell und funktionell nur wenig, allen Pop-psychologischen Behauptungen zum Trotz. Die Unterschiede sind allerdings hochbedeutend dabei, WIE sie diese Funktionen ausführen. Traumata zergliedern uns. Traumaheilung ist das Wiedereinfügen der dissoziierten Glieder - das können abgespaltene Erinnerungen sein, zurückgehaltene Bewegungsimpulse, verschüttete oder versandete Energiequellen, verloren gegangene Lebensentwürfe … und das, was an diesem Morgen zentral sein wird: ein Bruch in der Einstimmung und Zusammenarbeit der im Gesunden sich ergänzenden und steigernden FunktionsWEISEN der beiden Hirnhälften. Gemeinsam mit den Teilnehmenden der Traumatage wollen die Hemmerichs erforschen und entdecken, wie alle mit zum „Remembering“ beitragen können.

Das Kursleiter-Paar stellt mit der Anafonesis eine seit 40 Jahren erprobte Stimmmethodik zur Körperstärkung vor. Zusammen mit den Anwesenden üben sie, wie damit der Hemisphären-„Dialog“ verbessert werden und die implizit vorhandene Lebensenergie sich entfalten kann. Vorurteilsfreies Lauschen als Wahrnehmungsschulung ist in diesem Ansatz das Tor zum kohärenten Gegenwartserlebnis.



Freitag: 14.30 - 17.30 Uhr
LINKE UND RECHTE HIRNHÄLFTE:
Wissen und Weisheit

Marianne Bentzen (DK)

Die rechte Hirnhälfte steht für die tief verwurzelte und wahrhaftige Verbindung zur Welt. Es handelt sich um den Teil unseres Gehirns, der zuerst reift. Er ist auch unsere tiefste Ressource. Die rechte Hemisphäre entwickelt sich während den ersten beiden Lebensjahren und stärkt sich dann während unserer Zeit als Erwachsene. Sie ist auch unser stetiger Sitz von Weisheit und Einsicht. Allerdings, ab etwa 2 – 3 Jahren, beginnt sich die linke verbale Hemisphäre auch zu entwickeln und beginnt Wissen zu sammeln – und so fangen wir an, schrittweise unseren inneren Wissenskarten mehr zu vertrauen als der Realität für die sie stehen. Eine vereinfachte Art, um dies zu beschreiben, ist die: Es gibt Menschen, die merken, dass es regnet, wenn es in der Zeitung steht – die anderen nehmen es wahr, wenn sie zum Fenster hinausschauen. An diesem Nachmittag erläutert die Referentin erst grundlegende Theorie und geht dann über zu interaktiven Übungen, zu Wahrnehmungsebenen und zu einer meditativen Erfahrung.



Samstag: 10.00 - 17.30 Uhr
INSTINKT UND ANALYSE

Dr. Peter A. Levine (USA)

In den letzten Jahren hat das Interesse bezüglich der «horizontalen» Beziehung zwischen der linken und der rechten Hemisphäre des Gehirns enorm zugenommen. Allerdings besteht bei den gemachten Schlüssen meist ein fehlender Einbezug der mehr «vertikalen» Verbindungen – also jener zwischen den sogenannt primitiveren Teilen unseres Gehirns (Hirnstamm und Limbisches System) mit den hochentwickelten Regionen des cerebralen Kortex. Der Begründer von SOMATIC EXPERIENCING (SE) exploriert an diesem Tag die «vertikale» Integration auf der Basis von Hirnforschung, experimentellen Übungen und Live-Demos.



Samstag: 14.30 - 17.30 Uhr
GEHIRN-YOGA - DIE TRAUMATISCHE "ZWEIKAMMERN-PSYCHE" NEU VEREINEN
Traumagebundene Überlebenstechniken zwischen Hindernis und Sprungbrett

Annette Hemmerich und Dr. med. Fritz Helmut Hemmerich (DE)

Traumata können zu Leidenselend oder zum persönlichen Wachstums- und Entwicklungsmotor werden. Der dafür entscheidende Dreh- und Angelpunkt liegt darin, wie wir mit den uns prägenden Überlebenstechniken umgehen, die uns das Überleben der Traumasituation(en) ermöglicht haben und die in der Gegenwart zum Hindernis oder Sprungbrett werden können.
Im gegenwärtigen Moment wirken die Folgen des traumatischen Impactes als reaktionsbestimmende Konditionierungen. Menschen brauchen in genau diesem kurzen Intervall zwischen Trigger und Reaktion ein Werkzeug, das soviel Spielraum schaffen kann, um selbstbestimmende Antworten gelingen zu lassen. Gleichzeitig wird das Vertiefen der Konditionierungen durch retraumatisierende Reaktionen verhindert. Auf diese Weise kann Gehirn-Yoga gelingen: zu vereinen, was traumatisch in eine „Zweikammern-Psyche“ zerschlagen worden ist.

Im Praxisteil dieser Sequenz steht eine Feedback-Atemtechnik im Mittelpunkt, die einen bescheidenen und doch wichtigen Beitrag zum Schaffen dieses Spielraums ermöglichen kann. Die Anwesenden werden eingeladen, diesen Raum selber mit zu erkunden.



Sonntag: 10.00 - 13.00 Uhr
DIE TIEFEN WORTLOSEN RÄUME DES KÖRPERS
Optimierte Koordination im Erwachsenenalter


Marianne Bentzen (DK)

Wenn sich sowohl die rechte wie die linke Hirnhälfte entwickelt und auf gut balancierte Weise zusammengefunden haben, kann sich Weisheit zu bauen beginnen. Das geschieht meist in späteren Lebensphasen, weil das Zusammenspiel der beiden Hemisphären ab dem mittleren Erwachsenenalter optimiert zu kooperieren beginnt. Komponenten von Weisheit beinhalten Empathie, Mitgefühl, persönliche Ethik, Altruismus, emotionale Stabilität, Selbst-Einschätzung und eine Toleranz für Werte von anderen Menschen. Diese Fähigkeiten nehmen in der Regel mit dem steigenden Alter zu – aber sie können auch von klein auf kultiviert werden. All diese menschlichen Qualitäten wachsen aus den tiefen wortlosen Räumen des Körpers und in unserer eigenen Fähigkeit, sie in unserer Bewusstheit zu halten – ohne dass wir mit ihnen identifiziert werden. An diesem Sonntagmorgen steht nach anfänglicher Theorie wieder Raum für Dialog, Bewusstheit, sowie für meditative und interaktive Übungen zur Verfügung.



Sonntag: 14.30 - 16.45 Uhr
HIRN KOHÄRENZ STATT ASYMMETRIE

Dr. Peter A. Levine (USA)

In seinem zweiten Block erweitert Dr. Peter A. Levine den Blickwinkel in Richtung einer kohärenten Hirnphysiologie und optimierter Vernetzung der verschiedenen horizontalen und vertikalen Zonen. Das Zusammenspiel von "Bottom-Up" und "Rechts-Links" und die dadurch sich formenden Implikationen für die klinische Begleitung von traumatisierten Menschen stehen zudem im Mittelpunkt dieses letzten Blocks der 14. Zürcher Traumatage.


Sonntag: 16.45 - 17.30 Uhr
Abschliessender Austausch
unter den Referierenden und Frage-Möglichkeiten fürs anwesende Publikum.
Moderation Dr. Urs Honauer, Leiter des Zentrums für Innere Ökologie


Marianne Bentzen

Marianne Bentzen unterrichtete in ihrem vier Jahrzehnte langen Wirken als eine der weltweit führenden Körperpsychotherapeutinnen viele internationale Trainings – sowohl in Europa wie auch in den USA.Seit Anfang der 1990er Jahre hat sie zusammen mit ihrer Freundin und Kollegin, der Psychologin Susan Hart, die Theorie der Neuroaffektiven Entwicklungspsychologie (NADP) entwickelt, die …

Annette Hemmerich

Stimme und Atem sind für die Kunsttherapeutin, Buchautorin, Mitbegründerin und Leiterin des Eridanos Zentrums für Salutogenese auf Teneriffa zentral in ihrem ganzheitlichen Wirken. Es ist ihr grosses Credo, Menschen aus bestehenden Mustern und dahinter versteckten Einseitigkeiten heraus zu begleiten in eine neue Welt voller Entdeckungsfreude, Gestaltungsmöglichkeiten und Lebendigkeit. Die …

Dr. med Fritz Helmut Hemmerich

Dr. med. Fritz Helmut Hemmerich hat In seinem reichen Leben und Wirken viel bewegt und erforscht. Der 70jährige Arzt und Philosoph widmete sich über Jahrzehnte den Geheimnissen des Lebens und des menschlichen Körpers. Traumalösungen und Burnout waren dabei die inhaltlichen Schwerpunkte der biografischen Entwicklung. Seine Tätigkeiten als Ober- und Chefarzt in Deutschland führten ihn zu …

Dr. Peter A. Levine

Dr. Peter A. Levine hat seit 50 Jahren die menschlichen Reaktionen auf Stress und Trauma intensiv studiert und daraus sein Lebenswerk SOMATIC EXPERIENCING (SE) kreiert. Er gilt als weltweit führender Fachmann im Bereich der somatisch ausgerichteten Traumalehre. Er studierte in Berkeley und promovierte in medizinischer Biophysik und in Psychologie. Später war er war Berater für die NASA …

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